Rudi Frey
Biografie Rudi Frey
Geboren am 21. Dezember 1941 in Radebeul in Deutschland, wo der Vater damals als Leiter eines Lazaretts tätig war. Mit seinem Taufnamen Rudolf entstammt er der Familie Frey mit einer langen Tranditionslinie aus Oberösterreich. Rudi Frey wuchs in Salzburg und in Wien auf. Nach dem Schulabschluss ging er nach Paris und besuchte dort eine Filmschule. Seine Karriere begann beim Film und er reiste dafür als assistierender Kameramann durch Europa und nach New York. Nach einer Anstellung als Regieassistent mit dem Fokus auf Werbung und Dokumentarfilm arbeitete Rudi Frey für ein Jahr in einem Fotolabor und assistierte anschließend verschiedenen namhaften Fotografen wie etwa Barry Lategan und David Bailey. Er war ein Jahr als Werbefotograf in Kuala Lumpur und in Kenia tätig und machte sich schließlich als Fotojournalist selbstständig. Er arbeitete für Magazine und Verlage wie Stern, Condé Nast und Mondadori. 1972 übersiedelte Rudi Frey nach Mailand und widmete sich als freiberuflicher Fotograf hauptsächlich Projekten im Themenbereich Mode, Sport und Werbung. Zu Beginn seiner Berufslaufbahn war er auch selbst als Modell aktiv.
1973 wurde ihm eine Anstellung als fester Fotograf für das italienische Nachrichtenmagazin Panorama ,mit Verlagssitz in Rom angeboten. Rudi Frey übersiedelte in die italienische Hauptstadt und behielt dort für den Rest seines Lebens seinen Wohnsitz. 1962 als Monatsmagazin gegründet, wurde Panorama 1967 zu einem Wochenmagazin ausgebaut und gilt mit dem Schwerpunkt Politik und aktuelles Geschehen als Quelle für gut recherchierten Journalismus in Italien. Während seiner Jahre bei Panorama dokumentierte Rudi Frey wichtige nationale und internationale Ereignisse, wie die Frauenrechtsbewegung und Arbeiterbewegung in den 1970er Jahren in Italien. Ein wichtiges Thema für Rudi Frey waren auch die Ereignisse im Vatikan. Er fotografierte zwei Papstbegräbnisse und Papstwahlen und folgte dem Papst bei seinen Reisen um die Welt. Zwischen 1980 und 1982 setzte er sich intensiv mit Polen auseinander und dokumentierte die Geschehnisse rund um die von Lech Walesa geführte Streikbewegung der Solidarnosc. Für diese Reportage erhielt Rudi Frey 1981 die Robert Capa Goldmetaille verliehen. Dieser Preis wird jährlich vom US-amerikanischen Overseas Press Club für die beste veröffentlichte Fotoreportage aus dem Ausland verliehen, welche unter Einsatz von besonderem Mut und Risikobereitschaftentstand.
Im Laufe seiner Karriere wurde Rudi Frey fester Fotograf für das Time-Magazine mit Standort in Rom. Er fotografierte im Zuge dieser Arbeit eine Homestory und offizielle Portraits des US-Präsidenten Ronald Reagan und seiner Frau Nancy zum Amtsantritt 1981. Weiter die Vorbereitungen der olympischen Winterspiele in Sarajevo 1984, den Ersten Golfkrieg im Jahr 1988 und unternahm unzählige journalistische Reisen nach Osteuropa und die UdSSR. Ab 2001 berichtete Rudi Frey für das Time-Magazine aus Kuwait City. Nach seiner Rückkehr aus den Golfkriegen bekam er schwere gesundheitliche Probleme – Depressive Verstimmungen, Parkinson und Folgeerscheinungen des Golfkriegssyndroms – sodass er seinen Beruf aufgeben musste. Er verstarb am 8. Jänner 2014 in Rom.